MISCH’ DICH EIN UND MACH’ KEIN POSTULAT DARAUS!

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TZI-Kurs vom 27.4. bis 1.5.2018

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Misch’ dich ein und mach’ kein Postulat daraus!


5-Tages-TZI Kurs mit Impulsen aus R. Cohns politischen Texten (27.4.18-1.5.18, Wien)

 

Die Schatten holen uns ein: resigniert, eindimensional und gleichgültig, so sehen nicht wenige Menschen ihre/unsere Zukunft. Bei den Arbeiten am „geistigen Erbe“ Ruth C. Cohns im Archiv der Humboldt Universität zu Berlin, weht uns ein anderer Wind entgegen. Die vielen tausend Dokumente aus dem umfangreichen Nachlass dieser deutsch-jüdischen Migrantin, die zeitlebens vor einer neuen „Hitlerisierung“ gewarnt hatte und eine solche auch kommen sah, ermutigen zu Alternativen, denen wir in diesem TZI-Kurs nachgehen und sie auf ihre politisch-gesellschaftlichen und persönlichen Möglichkeiten hin prüfen.

Es ist erstaunlich, dass Ruth Cohn - die Begründerin der TZI - in ihrer Auseinandersetzung mit dem Lehrbeauftragten G. Hoppe um ein drittes, gesellschaftspolitisches Postulat, die plakative Formulierung „Misch’ dich ein!“ ablehnt und auf das Chairperson-Postulat verweist. Für sie wäre möglich: „Verantworte dein Tun und Lassen – persönlich und gesellschaftlich." Was bedeutet das heute für uns? Wie kann ich/können wir in einer zutiefst ambivalenten Welt leben, ohne die Ambivalenzen (gewaltvoll) beseitigen und Eindeutigkeit herstellen zu wollen, wie es derzeit vor allem populistische Bewegungen versprechen? Was beflügelt in mir couragiertes Handeln, Vielsinnigkeit und Verantwortung? Welcher Weg schwebt mir vor?

Den TeilnehmerInnen des TZI-Theorie-Kurses wird nach der Anmeldung ein Reader mit inzwischen unbekannten Ruth C. Cohn Texten zur Verfügung gestellt, mit denen wir im Kurs arbeiten.

Kosten: Nichtmitglieder des RCI: 420,- EUR, Mitglieder im RCI: 390,- EUR

Ort: Don Bosco Haus, 1130 Wien, St.Veit-Gasse 25 

Anmeldunghttp://www.ruth-cohn-institute.org/suche-anmeldung.html, KursNr 9040

 

Ich freue mich sehr diesmal mit Matthias Scharer arbeiten zu dürfen, der seit einigen Jahren das Archiv von Ruth Cohn in Berlin für die Wissenschaft aufarbeitet.

Matthias über das Archiv von Ruth Cohn: Dem Archivbestand wurden inzwischen Dokumente von einigen Graduierten hinzugefügt. Von den derzeit 178 Ordnern/Schachteln wurden bisher 87 bearbeitet. Die Gesamtzahl der bearbeiteten Blätter beträgt derzeit 27.787. Eingescannt wurden ca.5100 Seiten in 206 Dateien. Insgesamt wird der Archivbestand auf ca. 60.000 Blätter geschätzt. Möglicherweise ist er einer der umfangreichsten Bestände einer deutschjüdischen Migrantin. Durch die enge Verbindung von sehr persönlichen, beruflichen und öffentlichen Dokumenten ist er jedenfalls sehr interessant und wertvoll.